Hopfen & Malz

Woher kommen unsere Braurohstoffe?

„Transparenz“ gehört heute in Politik & Wirtschaft zum guten Ton. Dabei haben häufig diejenigen, die Transparenz wortreich beteuern, am meisten zu verbergen – von Nebenbeschäftigungen bei Abgeordneten bis hin zum großangelegten Steuerbetrug bei Wirtschaftsführern und Sportidolen. WendlandBräu hat nichts zu verbergen. Die kleine Geschichte einer kleinen Brauerei auf der Suche nach Hopfen & Malz in Bio-Qualität zeigt aber, wie weit wir uns bereits von regionalen und umweltgerechten Wirtschaftskreisläufen entfernt haben.

Malz

weyermannMälzerei Weyermann, Familie Weyermann, Bamberg

 

 

 

 

rhoenmalzRhön-Malz, Familie Lang, Mellrichstadt

 

 

 

 

Was noch vor 150 Jahren mit viel Muskelkraft und Handarbeit verbunden war – die Tennen- und Trommelmälzerei –  ist heute ein großtechnischer und energieaufwendiger Prozess. Die vom Wendland aus nächst gelegenen, kleineren Mälzereien waren Heine Malz in Peine (Betrieb eingestellt 2013) und Asmussen in Elmshorn (Betrieb eingestellt 2002).

Mälzerei Weyermann: Rösttrommel unter Zeltplane, 1879. ©Weyermann

Mälzerei Weyermann: Rösttrommel unter Zeltplane, 1879. ©Weyermann

Nur 55 Mälzereien sind in der Bundesrepublik von ehemals Hunderten übrig geblieben (Stand: 2014). Rund 50% der Malzkapazitäten gehören inzwischen zu ausländischen Konzernen: Deutschlands Marktführer Avangard Malz gehört der ukrainischen Bank Avangard, Nummer 2 Malteurop Deutschland gehört zur gleichnamigen französischen Firmengruppe, Nummer 4, Durst Malz, wurde 2011 vom Weltmarktführer Malteries Soufflet übernommen, der zum französischen Agrokonzern Soufflet gehört. Souflett betreibt in großem Stil industrielle Landwirtschaft u.a. in ehemaligen Ostblockstaaten, besitzt FastFoodketten und Industriebäckereien und ist stolz auf seine Gentechnikprodukte.

 

Erzeugergemeinschaft Oeko-Korn-Nord in Betzendorf bei Lüneburg. © M. Edler

Erzeugergemeinschaft Oeko-Korn-Nord in Betzendorf bei Lüneburg. © M. Edler

Nur wenige Mälzereien sind bis heute in Familienhand und noch weniger stellen Malze in Bio-Qualität her. Deshalb ist die Auswahl auf dem Markt für Bio-Brauer beschränkt – erst recht wenn es sich um entsprechend zertifizierte Malze z.B. für WendlandBräu Demeter-Pils handelt. Letzteres beziehen wir bei der Rhön-Malz in Mellrichstadt. Andere Malze in Bio-Qualität beziehen wir bei der Mälzerei Weyermann in Bamberg. Paradox: Auf den im Wendland vielerorts stickstoffarmen Böden bauen Landwirte seit Generationen Braugerste an –  mit als erste auch in Bio-Qualität. Das nächste Feld mit Bio-Braugerste liegt Luftlinie keinen Kilometer von unserer Brauerei entfernt. Doch: Es gibt in der Nähe keine Mälzerei mehr, welche die Braugerste verarbeiten könnte – schon gar nicht Bio. „Moderne“ Wirtschaft geht so: Die Braugerste wird bei uns im Wendland von Bio-Bauern geerntet und zuerst 70 km zur Erzeugergemeinschaft Öko-Korn-Nord nach Betzendorf bei Lüneburg transportiert. Um Ernteschwankungen in der eigenen Region auszugleichen, kauft die Mälzerei Weyermann 20% ihres Rohstoffbedarfes bei der Öko-Korn-Nord. Die Braugerste aus dem Wendland geht also auf eine Reise von 500 km nach Bamberg – und kommt als fertiges Malz abermals 500 km zurück in unsere Brauerei. Der Bio-Vorteil ist durch den langen Transport stark geschmälert. Aber das Beispiel zeigt, wie absurd sich unsere Wirtschaftsweise in den letzten Dekaden entwickelt hat und welche negativen Konsequenzen immer weiteres Wachstum, immer weitere Fusionen zu weltweit agierenden Konzernen und der Trend zu vermeintlich immer billigeren Produkten haben.

 

Hopfen

 

HopfenHändekleinFamilie Georg Bentele, Tettnang am Bodensee.

Obwohl Wendland und Teile der Altmark noch vor 150 Jahren eines der bedeutendsten Hopfenanbaugebiete in Deutschland waren, ist der Hopfenanbau bei uns Anfang des 20. Jahrhunderts ausgestorben und konzentriert sich heute auf den südlichen Teil der Bundesrepublik. Es existieren insgesamt nur 5 landwirtschaftliche Betriebe, die Hopfen in Bio-Qualität anbieten (Stand: 2012). Seit Jahren arbeiten wir mit dem Hopfenbauern Georg Bentele aus der Bodenseeregion zusammen. Wir verwenden auch für die Bitterhopfengabe bei unseren Bieren ausschließlich hochwertigsten Aromahopfen. Vom wirtschaftlichen Standpunkt betrachtet mag das aus unserer Sicht nicht besonders schlau sein. Aber Sie schmecken den Unterschied! Und das ist für uns, was zählt!

Wer mehr über Anbau und Verarbeitung des Hopfens, den WendlandBräu verwendet, wissen möchte, KLICKT BITTE HIER!