Kohlensäure

5-2-2_KohlensaeureKohlensäure und Betriebsdruck

Die durch Gärung entstandene Bier eigene Kohlensäure bestimmt die natürliche Frische des Getränkes und ist mit entscheidend für eine perfekte Schaumkrone. Dieser dem Bier eigene Kohlensäuredruck darf also nicht als Transportdruck genommen werden, um das Bier aus dem Fass durch die meterlange Leitung bis zum Zapfhahn zu transportieren. Die Kohlensäure würde dem Bier auf diese Weise entzogen, das Bier wäre schnell schal. Daher benötigen Sie beim Fassbierausschank Kohlensäure aus der Flasche; um das Bier zum Zapfhahn zu befördern, und um die Entbindung der Bier eigenen Kohlensäure zu verhindern. Das Zapfen des Bieres geschieht also unter Druck.

  • Um Ihren Gästen das Bier in gleichbleibender Qualität anbieten zu können, muss der Betriebsdruck (abzulesen am Manometer des Zwischendruckreglers) ermittelt und eingestellt werden. Dies geschieht in Abhängigkeit von Sättigungsdruck und Förderdruck.

Der Sättigungsdruck errechnet sich aus dem Kohlensäuregehalt des Bieres und dessen Lagertemperatur. WendlandBräu (Märzen, Pils, Bockbier) besitzt einem Kohlensäuregehalt von 5 Gramm pro Liter. Bei 5 g CO2 / l beträgt der Sättigungsdruck bei einer Lagertemperatur von 5° C 0,8 bar, bei 10° C bereits 1,2 bar.

Der Förderdruck ist abhängig von der Steighöhe des Bieres vom Fass zum Schankhahn sowie dem Durchmesser und der Länge der Bierleitung. Das Bier muß unter Sättigungsdruck bis zum Zapfhahn transportiert werden, ohne daß CO2 aus dem Bier heraus und auch keines hinein gelangt. Wenn aber am Zapfhahn Sättigungsdruck herrschen soll, muß im Fass ein höherer Druck als der Sättigungsdruck herrschen, damit das Bier wegen der Höhendifferenz und der Leitungswiderstände angehoben werden kann und dann immer noch unter Sättigungsdruck steht.

In bestimmten Fällen kann es sinnvoll sein, Mischgas (Kohlensäure plus Stickstoff) anstelle purer Kohlensäure zu verwenden.

Jede Biersorte braucht ihren eigenen Betriebsdruck

Wenn Sie mehrere Biersorten ausschenken, ist für jede Sorte ein separat einstellbarer Betriebsdruck und damit jeweils ein Zwischendruckregler erforderlich. Der Betriebsdruck wird mit der Regulierungsschraube des Zwischendruckreglers eingestellt.

Am Hauptdruckminderer wird hingegen der in der Druckgasflasche herrschende hohe Druck (ca. 60 bar) auf den für die Schankanlage zulässigen Druck (max. 3,0 bar) herunter geregelt. Drehen Sie die Regulierungsschraube im Uhrzeigersinn, steigt der Druck an. Wollen Sie den Druck senken, muss die Regulierungsschraube gegen den Uhrzeigersinn gedreht werden.

Wenn Ihr Bierfass nicht innerhalb weniger Tage geleert werden kann, sollte bei längeren Zapfpausen (nachts, Ruhetage) die CO2-Flasche sowie der Abstellhahn am Druckminderer geschlossen werden. Damit vermeiden Sie ein unnötiges Aufkarbonisieren des Bieres, welche eine mehrfache Korrektur des Betriebsdruckes nach sich ziehen würde.

Quelle: „Vom Fass ins Glas“. Hrsg.: Gesellschaft für Öffentlichkeitsarbeit der Deutschen Brauwirtschaft e.V.