Aktuelles
WendlandBräu GbR
Udo Krause & Mathias Edler
Brauerei: Kussebode 10
Büro: Satkau 1
29459 Clenze
Fon 05844 - 630
Mobil 0170 - 593 66 02
Fax 05844 - 97 64 02
handgebraut mit Hopfen und Malz aus ökologischem Anbau

Kussebode hat jetzt eine Brauerei

Auszüge des Beitrages von Ch. Beyer / EJZ, www.ejz.de

Nun ist sie also endlich fertig - die Wendland-Bräu Landbrauerei in Kussebode. Das kleine Brauhaus in dem 1925 aus Kalksandstein erbauten Nebengebäude auf dem Hof Nr. 10 hat alles, was ein großes Brauhaus auch hat: ein Sudhaus mit Sud- oder Würzepfanne, Läuterbottich und zwei Gärtanks, einen gekühlten Lagerraum, die Abfüllung und die Reinigung. Damit können die WendlandBräu-Brauer Udo Krause aus Satkau und Mathias Edler aus Kussebode nun die Produktion vervielfachen. Bisher wurde mit einer Schau-Brauanlage in Satkau gebraut. Höchstens 100 Liter waren pro Sud möglich, jetzt in Kussebode sind es 1000 Liter. Dort gibt es 3000 Liter Gär- und 9000 Liter Lagerkapazität. Weil nun kostengünstiger produziert werden kann, ist WendlandBräu um 20 Prozent günstiger geworden. (...)

Udo Krause hat über 25 Jahre Praxis als Brauer. Auf das Bierbrauen zu Hause kam er Anfang der 80er-Jahre, als er im Fernsehen eine Folge der Sendung Hobbythek mit Jean Pütz sah. Seit dem gibt es bei ihm nur noch selbstgebrautes Bier, er bringt anderen Leute das Bierbrauen bei und betreibt einen Versand, der den Hobby-Brauer-Nachwuchs mit dem Nötigen versorgt. Dass es jetzt ihre 10-Hektoliter-Brauerei gibt, sei »eine Reaktion auf die Reaktion der Kunden», sagt Krause.

Einer größeren Öffentlichkeit wurde das WendlandBräu erstmals vor einigen Jahren auf einem Pfingstmarkt in Kukate präsentiert. Mit ihren »kleinen Pötten» hatten sie schließlich 1000 Liter zusammengebraut - und waren nach der Hälfte der drei Pfingstmarkttage ausverkauft. Danach war klar: Es gibt die Kundschaft. Und sie brauten weiter.

Gerade zu richtigen Zeit begann »Region aktiv» und förderte eine Machbarkeitsstudie. Ein Jahr beschäftigte sich Mathias Edler ausschließlich mit der Wirtschaftlichkeit von Brauereien, reiste durch die Republik, besuchte 100 kleine Betriebe. Das Ergebnis: Wirtschaftlich kann eine kleine Brauerei eher nicht betrieben werden. »Aber wir wollten trotzdem», berichten Edler und Krause. Sie machten sich in Lüchow auf die Suche nach geeigneten Räumen, doch die vielen schönen Ideen wie Brauen in der ehemaligen Molkerei oder Brauen im Wasserturm zerschlugen sich. Weil Lüchow kein Leerstandskataster hat, zog Edler mit Block, Stift und Digitalkamera durch die Stadt, fotografierte Leerstände und musste erfahren, dass manche Eigentümer ihre Gebäude lieber verfallen lassen als sie zu verkaufen. Am Ende blieb nur das Nebengebäude auf Edlers Hof in Kussebode, einst Pferdestall und Backhaus. Sie begannen mit den Umbauarbeiten und kauften die Gerätschaften einer Brauerei auf, die dicht gemacht hatte. Dazu gehörte auch eine große kupferne Sudpfanne, ein richtiges Schmuckstück. Doch weil Kupfer wertvoll ist und gut weiterverkauft werden kann, »verschwand» der große Kessel im September vor zwei Jahren über Nacht. Die Pläne für die Eröffnung im folgenden Jahr wurden hinfällig.

Das fehlende Stück wurde nachgebaut, die Anlage montiert, seit Anfang des Jahres lief der Probebetrieb. Vor wenigen Wochen war nun die offizielle Bauabnahme. Wer Bier braut, hat es nicht nur mit dem Bauamt, dem Gewerbeaufsichtsamt, dem Gesundheitsamt und dem Finanzamt, sondern auch mit dem Zoll zu tun - der Biersteuer wegen.

Krause und Edler haben fast eine viertel Million Euro in ihre Brauerei investiert. Alles Geld aus dem bisherigen Bierverkauf wurde dort hineingesteckt, dazu kam ein »Kleinkredit». (...) Beide haben für ihre Brauerei weitere Pläne: Sie wollen ihre Anlage noch energiesparender machen, etwa durch einen Heißwasserspeicher.

Außerdem wollen sie mit ihrer Brauerei weiter wachsen, damit auch die Braugerste in der Region angebaut werden kann. Diese Gerste könnten sie dann in einer niedersächsischen Mälzerei zu »ihrem» Malz machen lassen. Bisher lassen sie sich das Malz, das immerhin aus Gerste der Öko-Korn-Nord gemacht wird, aus Bamberg anliefern. So viel Fahrerei finden Krause und Edler alles andere als ökologisch.

Mit dem Hopfen ist es ähnlich, zudem schwieriger. Das Wendland war zwar vor 150 Jahren ein großes Hopfenanbaugebiet - zwischen Lüchow und Clenze gab es schließlich 14 Brauereien, die ihr Auskommen hatten. Nun ist da aber »eine große Erfahrungslücke», wie Edler formuliert. Zudem braucht es Solitärstandorte, weil ins Bier nur die unbefruchteten Dolden der weiblichen Pflanzen kommen. Rund um Kussebode - und nicht nur dort -, wächst aber viel wilder Hopfen, auch männlicher.

Bis Ende des Jahres soll dann die Flaschenabfüllung stehen. Bisher gibt es das WendlandBräu nur in Fässern zwischen zehn und 50 Litern Größe. Es wird an privat verkauft und in sechs Gaststätten und Restaurants im Landkreis vom Fass ausgeschenkt, außerdem zwischen Himmelfahrt und Pfingsten auf der »Mützingenta».

Wegen der begrenzten Produktionsmöglichkeiten hatten sich die beiden Brauer bislang nicht aktiv um den Bierverkauf gekümmert. »Wir hatten immer gerade so viel Bier, wie wie liefern sollten.»

Nun wollen sie auch verstärkt Werbung machen. Dank der neuen Brauerei gibt es fortan regelmäßig drei Sorten Wendland-Bräu. Zu der Sorte »Märzen», mit der sie angefangen haben, kommen nun auch die Sorten Pils - »hell und herb» - sowie Hefeweizen. Mathias Edler hält die Brauerei nach wie vor für »eine Geschichte mit Potenzial, mit dem sich mindestens zwei Arbeitsplätze sichern lassen». Auch wenn das noch einige Zeit dauert. In den vergangenen Wochen haben beide fast Tag und Nacht gebraut, viele Fässer und ihre Lagertanks gefüllt. Schließlich wollen sie auch noch nach der Kulturellen Landpartie lieferfähig sein.(...)

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